Re: Alte - ursprüngliche Rezepte. Kochen - Hausschlachtung
Verfasst: Mi 28. Jan 2015, 13:01
Wurschtsupp - Worschdsupp - Wurstsuppe - Schlachtsuppe - Saure Brüh
Beim Schlachten fällt automatisch ein hocharomatisches Kochwasser an. Kesselfleisch und Würste gingen schon durch die schmackhafte Brühe. Gar manche Wurst verlor darin ihre Innereien und es wurden nur noch die ausgekochten Därme aus dem Wasser gefördert.
So eine Brühe konnte man nicht wegwerfen. Bei uns zu Hause ging die Brühe in einem "Schlachtfest", was mit dem Metzger, den Nachbarn und Freunden gefeiert wurde über den blank gehobelten Küchentisch. Ja und die Familien waren damals mindestens 2 Generationen mit einem Stall voller hungriger Mäuler. Da wurde die Brühe aus dem Waschkessel (ca. 140 ltr. - ein Kufperkessel, holzbefeuert in dem normalerweise die Wäsche gekocht wurde) schnell alle.
Unser Hausmetzger schielte! Und er aß gerne Wellfleisch und Worschdsupp. Wen wunderst, daß mehr als gewöhnlich irgendwelche Würste den Weg in die Suppe fand. Wenn er, fürchterlich schielend, mit dem Messer die Würste abgeschnitten hat. Die erst in langen Reihen, zig hintereinander auf Stangen aufgehängt wurden, da passierte es. Ein Schnitt durch die Kordel und schon hatte die Wurst daneben einen Schnitt im Darm. Wieder eine für die Suppe. Ich weiß noch wie entsetzt meine Mutter immer war. Aber der Schielende lies es sich nicht nehmen die Würste selbst in Paare zu schneiden.
Dann kam der Tag des Schlachtfestes. In meiner Kindheit wohnten wir direkt an der Hauptstraße und mehr als einmal hielten wildfremde Menschen und feierten mit uns mit und frasen uns an einem Tag das halbe Schwein auf. Meine Mutter war damals dann zum 2. Mal entsetzt. Sie hatte schließlich 7 Kinder durch harte Zeiten zu bringen. Wenn mein alter Herr lustig drauf war ging es rund bei uns und der Vorrat, hergestellt aus über monate angefütterter Schweine ging ganz schnell zur Neige.
Und nund das Rezept - bitte unbedingt wie oben beschrieben "verfeinern".
Noch ein Hinweis. Im Hessischen Bergland habe ich die Worschdsupp als "Sauer Brüh" kennen gelernt. Dort wurde die Brühe mit Essig gesäuert und das Eiweis geronn und in der fertigen Suppe schwammen dann die Eiweißbrocken.
Während im Saarland die Worschdsupp unbedingt mit Wellfleisch (frisches warmes Kesselfleisch) und ggf. noch frischen Blut & Leberwürsten gegessen wurden. Ging die "Sauer Brüh" in Hessen nur mit einer Scheibe Brot über den Tisch. Tja im Saarland war man lange genug Französisch um auch in armen Zeiten dem Essen das Beste abzugewinnen.
Beim Schlachten fällt automatisch ein hocharomatisches Kochwasser an. Kesselfleisch und Würste gingen schon durch die schmackhafte Brühe. Gar manche Wurst verlor darin ihre Innereien und es wurden nur noch die ausgekochten Därme aus dem Wasser gefördert.
So eine Brühe konnte man nicht wegwerfen. Bei uns zu Hause ging die Brühe in einem "Schlachtfest", was mit dem Metzger, den Nachbarn und Freunden gefeiert wurde über den blank gehobelten Küchentisch. Ja und die Familien waren damals mindestens 2 Generationen mit einem Stall voller hungriger Mäuler. Da wurde die Brühe aus dem Waschkessel (ca. 140 ltr. - ein Kufperkessel, holzbefeuert in dem normalerweise die Wäsche gekocht wurde) schnell alle.
Unser Hausmetzger schielte! Und er aß gerne Wellfleisch und Worschdsupp. Wen wunderst, daß mehr als gewöhnlich irgendwelche Würste den Weg in die Suppe fand. Wenn er, fürchterlich schielend, mit dem Messer die Würste abgeschnitten hat. Die erst in langen Reihen, zig hintereinander auf Stangen aufgehängt wurden, da passierte es. Ein Schnitt durch die Kordel und schon hatte die Wurst daneben einen Schnitt im Darm. Wieder eine für die Suppe. Ich weiß noch wie entsetzt meine Mutter immer war. Aber der Schielende lies es sich nicht nehmen die Würste selbst in Paare zu schneiden.
Dann kam der Tag des Schlachtfestes. In meiner Kindheit wohnten wir direkt an der Hauptstraße und mehr als einmal hielten wildfremde Menschen und feierten mit uns mit und frasen uns an einem Tag das halbe Schwein auf. Meine Mutter war damals dann zum 2. Mal entsetzt. Sie hatte schließlich 7 Kinder durch harte Zeiten zu bringen. Wenn mein alter Herr lustig drauf war ging es rund bei uns und der Vorrat, hergestellt aus über monate angefütterter Schweine ging ganz schnell zur Neige.
Und nund das Rezept - bitte unbedingt wie oben beschrieben "verfeinern".
Noch ein Hinweis. Im Hessischen Bergland habe ich die Worschdsupp als "Sauer Brüh" kennen gelernt. Dort wurde die Brühe mit Essig gesäuert und das Eiweis geronn und in der fertigen Suppe schwammen dann die Eiweißbrocken.
Während im Saarland die Worschdsupp unbedingt mit Wellfleisch (frisches warmes Kesselfleisch) und ggf. noch frischen Blut & Leberwürsten gegessen wurden. Ging die "Sauer Brüh" in Hessen nur mit einer Scheibe Brot über den Tisch. Tja im Saarland war man lange genug Französisch um auch in armen Zeiten dem Essen das Beste abzugewinnen.