Teufels Zeug

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Diavolo

Teufels Zeug

Beitrag von Diavolo »

So.

Nachdem der erste Versuch heute mehr oder weniger in die Hose gegangen ist,
passiert das, was die Leute aus meiner näheren Umgebung zur Genüge kennen: "Jetzt geht das wieder los... :patsch: "

Der Teufel hat sich festgebissen, und gibt erst wieder Ruhe, wenn
a) das Ergebnis zu seiner Zufriedenheit ausfällt oder
b) feststeht, dass es definitiv unmöglich ist, ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen

Ausgangslage / Anforderungen
Es soll ein Brotrezept entstehen, dass folgende Anforderungen erfüllt:

- für einen "normalen Werktätigen" (Arbeitszeit so von 8 bis 18 Uhr) machbar, ohne mitten in der Nacht austehen zu müssen
- am Backtag (wenn es ein SBO-Backtag ist, gibt es noch jede Menge anderes zu tun) soll das Brot möglichst wenig Arbeit bereiten
- von den Zutaten her möglichst einfach, keine exotischen Zutaten (keine Otternasen oder Zaunköniglebern)
- mittlere bis gute Haltbarkeit, nach 4-5 Tagen immer noch essbar (das verbinde ich momentan mit einem gewissen Roggenmehl-Anteil)
- mit Sauerteig
- es darf ruhig eine unregelmäßige Porung haben, soll (zumindest etwas) luftig sein
- hoher Anteil an "gehaltvollem" Mehl, d.h. lieber Weizenmehl 1050 als Weizenmehl 550

Oder, anders formuliert: eine Mischung aus Bauernbrot und Vermont Sourdough... :wall:

Da will ich hin.

Der Name
Teufels Zeug ist der Arbeitstitel. Der Name sollte einen gewissen Bezug zu seinem teuflischen Hersteller haben, wie z.B.
Teufelskruste
Teufelslaib
...

Für Anregungen/Vorschläge jeder Art bin ich sehr dankbar.
Diavolo

Re: Teufels Zeug

Beitrag von Diavolo »

1. Versuch

Sauerteig
200g RM 1150
200g Wasser
30g R-ASG

11.02. 20 Uhr
vermischt und bei 32 Grad (Gärbox anfangs kalt) zur Reife gegeben. Am Folgetag um 8 Uhr auf 25 Grad runtergeregelt.

Hauptteig
400g Sauerteig
200g RM 1150
930g WM 1050
670g Hefe-Weißbier
26g Salz
6g Brotgewürz (aus frisch gemahlenem Koriander, Fenchel, Anis, Kümmel zu gleichen Teilen hergestellt)

12.02. 18 Uhr
Alles bis auf das Salz vermischen, 45 min gehen lassen (Autolyse). Dann Salz einkneten. Dann 2,5h gehen lassen (Fermentation),
dabei 2x (nach 50 und 100 min) stretch and fold. Ab in den Kühlschrank (ca. 21.30 Uhr).

13.02. 18 Uhr
Teig aus Kühlschrank genommen, portioniert (2 Hälften), rundgewirkt.
Mit dem Schluß nach unten zur Stückgare (frei, ohne Gärkorb) für eine Stunde.
Dann bei 260 Grad 15 min mit Schwaden angebacken, danach 35 min bei 200 Grad fertig gebacken.

Das Verhältnis von WM zu RM beträgt 70:30, die TA liegt bei 169.

Bilder:
20130213_BeautyAndBeast.JPG
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20130213_Anschnitt.JPG
20130213_Anschnitt.JPG (189.32 KiB) 8328 mal betrachtet
Fazit:

Der Geschmack ist gut.
Mit dem Backfehler (Teigschicht unten) bin ich jedoch nicht zufrieden. Ebenfalls ist das Brot zu feucht:
wenn man mit dem Finger auf die Krume drückt, bleiben Dellen, die sich nicht zurückbilden.

Ideen für den nächsten Versuch:
Ausgehend von einem 100% Vermont Sourdough, diesen solange abwandeln, bis es passt.
Erste Abwandung: hoher WM1050 Einsatz + testen, ob die Stückgare im Kühlschrank erfolgen muss.
Sprich: ob das Retardieren bereits als Teigling erfolgen muss, oder noch als Gesamtteig erfolgen kann, mit Formen des Teiglings am Backtag.
Das Letztere käme mir sehr entgegen, da weniger Kühlschrank-Stellfläche benötigt wird.
exe

Re: Teufels Zeug

Beitrag von exe »

Diavolo hat geschrieben:passiert das, was die Leute aus meiner näheren Umgebung zur Genüge kennen: "Jetzt geht das wieder los... :patsch: "
Warum sollte es Deinen Leuten besser gehen, als meinen hier. ;)
Diavolo hat geschrieben:- für einen "normalen Werktätigen" (Arbeitszeit so von 8 bis 18 Uhr) machbar, ohne mitten in der Nacht austehen zu müssen
- am Backtag (wenn es ein SBO-Backtag ist, gibt es noch jede Menge anderes zu tun) soll das Brot möglichst wenig Arbeit bereiten
- von den Zutaten her möglichst einfach, keine exotischen Zutaten (keine Otternasen oder Zaunköniglebern)
- mittlere bis gute Haltbarkeit, nach 4-5 Tagen immer noch essbar (das verbinde ich momentan mit einem gewissen Roggenmehl-Anteil)
- mit Sauerteig
- es darf ruhig eine unregelmäßige Porung haben, soll (zumindest etwas) luftig sein
- hoher Anteil an "gehaltvollem" Mehl, d.h. lieber Weizenmehl 1050 als Weizenmehl 550
Sehr wichtig auch für mich, ist insbesondere Punkt eins (mit Erschwernisfaktor Kleinkind).
Hardy

Re: Teufels Zeug

Beitrag von Hardy »

Das klingt interessant und plausibel. Macht also ziemlich Sinn das Teufelszeug herauszufinden.

Ich drücke Dir die Daumen und habe Dich unter Kontrolle.
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Siggi
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Re: Teufels Zeug

Beitrag von Siggi »

Hallo Diavolo!

Ich bleibe auch mit dran!
Grüße vom Siggi

Dienen heißt Leben!
Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein.
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Iceman
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Re: Teufels Zeug

Beitrag von Iceman »

Hallo Teufelchen,

auch ich beobachte Dich :beob:
Viele Grüße, Heiko
Manfred

Re: Teufels Zeug

Beitrag von Manfred »

Deife ,Deife des werd gwiss was guads wern :sabbern:
Manfred
Backfuzi

Re: Teufels Zeug

Beitrag von Backfuzi »

Diavolo hat geschrieben:1. Versuch

Sauerteig
200g RM 1150
200g Wasser
30g R-ASG

11.02. 20 Uhr
vermischt und bei 32 Grad (Gärbox anfangs kalt) zur Reife gegeben. Am Folgetag um 8 Uhr auf 25 Grad runtergeregelt.

Hauptteig
400g Sauerteig
200g RM 1150
930g WM 1050
670g Hefe-Weißbier
26g Salz
6g Brotgewürz (aus frisch gemahlenem Koriander, Fenchel, Anis, Kümmel zu gleichen Teilen hergestellt)

12.02. 18 Uhr
Alles bis auf das Salz vermischen, 45 min gehen lassen (Autolyse). Dann Salz einkneten. Dann 2,5h gehen lassen (Fermentation),
dabei 2x (nach 50 und 100 min) stretch and fold. Ab in den Kühlschrank (ca. 21.30 Uhr).

13.02. 18 Uhr
Teig aus Kühlschrank genommen, portioniert (2 Hälften), rundgewirkt.
Mit dem Schluß nach unten zur Stückgare (frei, ohne Gärkorb) für eine Stunde.
Dann bei 260 Grad 15 min mit Schwaden angebacken, danach 35 min bei 200 Grad fertig gebacken.

Das Verhältnis von WM zu RM beträgt 70:30, die TA liegt bei 169.

Bilder:
20130213_BeautyAndBeast.JPG
20130213_Anschnitt.JPG
Fazit:

Der Geschmack ist gut.
Mit dem Backfehler (Teigschicht unten) bin ich jedoch nicht zufrieden. Ebenfalls ist das Brot zu feucht:
wenn man mit dem Finger auf die Krume drückt, bleiben Dellen, die sich nicht zurückbilden.

Ideen für den nächsten Versuch:
Ausgehend von einem 100% Vermont Sourdough, diesen solange abwandeln, bis es passt.
Erste Abwandung: hoher WM1050 Einsatz + testen, ob die Stückgare im Kühlschrank erfolgen muss.
Sprich: ob das Retardieren bereits als Teigling erfolgen muss, oder noch als Gesamtteig erfolgen kann, mit Formen des Teiglings am Backtag.
Das Letztere käme mir sehr entgegen, da weniger Kühlschrank-Stellfläche benötigt wird.
So habe ich noch nie mein Brot gebacken, bzw. den Teig geführt, :frage:
Der Sauerteig war nach 24 Std. schon backfertig, dann hast du ihn wieder in den Küli verfrachtet, dennoch sehen die Brote gar nicht so schlecht aus :pfeifend:,
Bin auf die nächsten Versuche gespannt..
Diavolo

Re: Teufels Zeug

Beitrag von Diavolo »

Hallo :sbof: ,

danke für das rege Interesse, und es geht auch schon weiter mit dem

2. Versuch

Sauerteig
150g WM 1050
188g Wasser
30g Weizen-ASG

Hauptteig
338g Sauerteig
650g Weizenmehl 1050
200g Roggenvollkornmehl
462g Wasser
20g Salz
Gewürzmischung, bestehend aus:
1 TL Paprika (scharf)
1 TL Koriander (grob gemahlen)
2 TL Schwarzkümmel
2 Msp. Bockshornklee gemahlen

Alle Zutaten außer dem Salz kneten, bis alles gut vermischt ist, dann für 60 min zugedeckt stehen lassen (Autolyse).
Anschließend Salz dazu und einkneten. Jetzt den Teig zur Fermentation 2 1/2 h in eine Schüssel geben, jeweils
nach 50 und 100 min stretch and fold.
Danach Teig in 2 Hälften teilen. Eine Hälfte rundwirken und in Gärkörbchen (Schluß oben), andere Hälfte in Schüssel.
Je ein Plastiksack über Gärkörbchen / Schüssel und ab in den Kühlschrank.
So ca. 18 Std später, am Backtag, die Teiglinge aus dem Kühlschrank holen. Den aus der Schüssel nochmal rundwirken
und auch in ein Gärkörbchen (Schluß oben). 60 min akklimatisieren lassen.
Dann bei 260 Grad 15 min anbacken (mit Schwaden), bei 200 Grad ca. 35 min fertigbacken.


Den Sauerteig habe ich heute früh 7 Uhr bei 32 Grad fallend auf 26 Grad angesetzt, und um 19 Uhr (12h später) wieder
aus der Gärbox raus.
Momentan bin ich grade bei der Autolyse.

Die Abwandlungen im Vergleich zum Original(Vermont Sourdough) Rezept:
-WM 1050 statt WM 550
-Verhältnis WM zu RM 80:20 statt 90:10
-Ein Teigling wird morgen nochmal gewirkt
-Brotgewürz

Folgende Fragen sollen damit beantwortet werden:
a) funktioniert WM 1050 statt WM 550 und das Verhältnis 80:20
b) Kann die Kühlschrankphase(Retardierung) mit dem ganzen Teig (also noch nicht in den Gärkörbchen)
durchgeführt werden
c) Schwarzkümmel ? Bockshornklee? Paprika? Schmeckt das denn?


Wir werden sehen.
:frage:
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Steini
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Re: Teufels Zeug

Beitrag von Steini »

Teufelchen, was versprichst du dir von dem "retarding in the fridge"?
Ein Gedanke, der richtig ist, kann auf die Dauer nicht niedergelogen werden.
(Otto von Bismarck 1815-1898)
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